Feste

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Feste werden in allen Kulturen zu unterschiedlichen Anlässen und in verschiedenen Formen gefeiert. Sie haben viel mit Brauchtum und Tradition zu tun. Feste laufen immer nach bestimmten Regeln, nach einem bestimmten, den Eingeweihten bekannten, „Drehbuch” ab. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um Weihnachten, die Wiesn oder das Zuckerfest handelt.
Soziologisch und theologisch sind sie von wichtiger Bedeutung: Sie zeigen gesellschaftliche Ansprüche öffentlich, bündeln den Bedeutungsgehalt einer Religion und machen diesen erlebbar für die Allgemeinheit. Sie helfen beim Moderieren sozialer Beziehungen und haben Anteil an einer allgemein akzeptierten und bekannten Alltagsstruktur. Die Bedeutung von Festen und die Art, wie sie gefeiert werden, zu kennen und sich darüber auszutauschen, ist geeignet, gegenseitigen Respekt und Anteilnahme einzuüben, Einblicke in andere Communities zu erfahren und Beziehungen zu festigen.

Grundlagen

Feste sind

Hochzeit der Gefühle und Beziehungen: Intensive Gefühle, Beziehungen, Glaube und Überzeugungen, Ästhetik und Körperkraft können im Alltag oft nicht ausgedrückt werden, sollen ihn aber doch durchdringen und leiten. Darum bekommen sie in den Festen Raum, Zeit und Gestalt.

Kompensatoren der Alltagslasten: Durch Raum für Nichtalltägliches, durch Abwechslung und Arbeitsruhe ermöglichen Feste Erholung vom Verarbeiten der Alltagsmühen und -erfahrungen. Sie vergewissern des Sinns der Arbeit: des Wertes des eigenen Lebens, der Familie und Gemeinschaft, der Einbettung in einen großen Zusammenhang.

Rhythmusgeber: Feste strukturieren das Leben. Die natürliche Zeitstruktur wird durch die Feste erkennbarer und erlebbar. Eine besondere Zeitstruktur ist der Sieben-Tage-Rhythmus. Er stellt eine Rationalisierung dar. Es wird gezählt und nicht beobachtet. Er passt zu der weit reichenden Unabhängigkeit des heutigen Lebens von der Natur.

Krisenhelfer: Die Zeiträume, die zwischen den Festen entstehen, sind von entscheidender Bedeutung für das Leben: Sie können besondere Arbeitsleistung und Konzentration erfordern, besonderen Zusammenhalt und Solidarität der Gemeinschaft. In den Festen, besonders den Buß- und Fastenzeiten, versichern sich die Menschen darum vorher und nachher der Hilfe Gottes und der Verlässlichkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Katechismus: Die Inhalte der Feste fassen zusammen, was eine Religion ausmacht. Sie thematisieren die jeweils wichtigsten Glaubensinhalte, erzählen die Gründungsgeschichten.

Aushängeschild: Die Feste sind oftmals das Einzige, was von einer Religion wahrgenommen wird. Die Religionen stellen sich öffentlich dar.

Anspruch: Feste öffentlich und mit Arbeitspause zu begehen, ist Ausdruck für den Anspruch auf Religionsfreiheit und gesellschaftliche Anerkennung.  Die Religion und die Menschen, die ihr angehören, demonstrieren ihre Daseinsberechtigung und ihren Stellenwert.

Indikator von Vielfalt und Veränderung: Durch die öffentliche Wahrnehmbarkeit der Feste wird auch die Pluralität der Gesellschaft wahrnehmbar. Die Menschen, die sonst in Fabriken, Büros und Wohnungen verschwinden, werden bei ihren gemeinsamen, öffentlichen Festen erkennbar in ihrer Gruppen-, Volks- und Religionszugehörigkeit.

Empfangshalle: Die Feste bieten die Möglichkeit der Annäherung und eines kurzzeitigen, gastweisen Aufenthalts in einer Religion. Anders als die umfangreichen theologischen Systeme sind sie griffig, anschaulich, überschaubar; sie zeigen die vorzeigbare Seite der Religion, während die intime Seite geschützt bleibt. Oft ist das Einladen von Gästen das Normale, empfohlen oder sogar konstitutiv.

Katalysator für Begegnungen: Die vorgenannten Funktionen prädestinieren Feste zum Anlass für erste oder auch dauerhafte Begegnungen. Ein Fest gibt den Rahmen und das Gesprächsthema vor. Die Kommunikation kann von Zuschauen über Smalltalk bis zum philosophisch/theologischen Gespräch reichen. Einladung wie Besuch signalisieren Wertschätzung und Respekt.

Quelle: Sieg, Ursula: Feste - Brücken zu den Religionen, in: Schreiner, Peter; Sieg, Ursula; Elsenbast, Volker (Hg.): Handbuch Interreligiöses Lernen. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2005, S. 601-611 (602/603).

Religiöse Feste

Feiertage

Christentum

Der Begriff Kirchenjahr bezeichnet die jährlich wiederkehrende festgelegte Abfolge religiöser Feste im christlich geprägten Kulturkreis. Das Kirchenjahr enthält zwei große Festkreise, die in der katholischen und evangelischen Kirche weitgehend übereinstimmen. Als Beginn des Kirchenjahres wird der erste Adventssonntag angesehen.

  • Weihnachtsfestkreis: Der Weihnachtsfestkreis beginnt am ersten Adventssonntag und endet in der katholischen Kirche mit dem Fest der Taufe des Herrn (erster Sonntag nach dem 6. Januar). Am 6. Januar wird die Erscheinung des Herrn gefeiert (Epiphanie). In der evangelischen Kirche endet der Weihnachtsfestkreis sechs Wochen später (sechs Sonntage nach Epiphanias).

  • Adventszeit: Vom ersten bis zum vierten Adventssonntag wird die Adventszeit gefeiert: Advent (lat. adventus: Ankunft) bezieht sich auf die Erwartung der Geburt Jesu. Diese Zeit erstreckt sich auf die vier Wochenenden vor dem Heiligen Abend. Die Adventszeit dient der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. An jedem Sonntag wird jeweils eine weitere der vier Adventskerzen angezündet.

  • Weihnachtszeit: An Weihnachten feiern die Christinnen und Christen die Geburt Jesu. Der 24. Dezember ist der Heilige Abend. In der katholischen Kirche ist der Heilige Abend kein eigenes Fest, sondern lediglich die Nachtwache des Weihnachtsfestes, deshalb beginnt in traditionell katholischen Gegenden das Weihnachtsfest erst mit der Christmette um Mitternacht. In der orthodoxen Kirche beginnt Weihnachten erst am 25. Dezember. Dieses Fest wird mit vielen geistlichen und volkstümlichen Liedern und Bräuchen um Krippe und Hirten begangen. Zu den volkstümlichen Bräuchen gehört auch der Weihnachtsbaum, ein immergrüner Nadelbaum, als Symbol der Lebenskraft.

  • Osterfestkreis: Das älteste und wichtigste kirchliche Jahresfest ist Ostern, das Fest der Auferstehung Christi. Ostern wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert. Dem Osterfest geht eine 40-tägige Bußzeit/Fastenzeit (katholisch) beziehungsweise Passionszeit (evangelisch) voran. Der Osterfestkreis beginnt am Aschermittwoch und endet am Pfingstsonntag.

  • Ostern (Auferstehung Christi)

    • Zeit: März/April

    • Karfreitag (Freitag vor Ostern): Kreuzigung Jesu

    • Ostern (Ostersonntag und Ostermontag): Auferstehung Christi

  • Pfingsten (Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes)

    • Zeit: 50 Tage (7 Wochen) nach Ostern

    • Entsendung des Heiligen Geistes an die Apostel (von Jesus gesandten Jünger). An Pfingsten feiern die Christen auch den Geburtstag der Kirche.

Das orthodoxe Kirchenjahr ist ähnlich aufgebaut, beginnt jedoch am 1. September.

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Islam

Neben den beiden Hauptfesten Zuckerfest und Opferfest werden verschiedentlich auch noch andere Feste gemeinsam begangen, so zum Beispiel der Geburtstag des Propheten oder das Gedenken an den Propheten. Der Ašura-Tag ist bei den Schiiten ein hoher Feiertag zum Gedenken an das Leiden des Prophetenenkels, bei den Sunniten gilt er dem Gedenken an die Landung der Arche Nu auf dem Berg Ararat.

Das islamische Jahr ist ein reines Mondjahr, das heißt, es ist etwa um 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Auf diese Weise wandern die islamischen Monate durch die Jahreszeiten und der Ramadan fällt beispielsweise einmal in den Sommer und einmal in den Winter. Die Musliminnen und Muslime sehen darin auch die Gerechtigkeit Gottes gegenüber den Menschen, da so jeden Muslim/jede Muslimin einmal eine lange oder eine kurze Fastenzeit trifft.

Durch diese „Jahreswanderung“ werden die Feste jedes Jahr zu einem anderen Datum gefeiert.

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Jugendtum

1. Monat: Tischri (September/Oktober)
Rosch HaSchana (1. - 2. Tischri)
Dies ist das Neujahrsfest. Es wird an zwei Tagen gefeiert, dem 1. und 2. Tischri. Der Monat Tischri liegt in den Monaten September bis Oktober. Hier wird sowohl die Erschaffung der Welt gefeiert als auch der Gerichtsbarkeit Gottes über die Menschen gedacht. Der Mensch lässt das zurückliegende Jahr Revue passieren und geht in sich. Der jüdischen Vorstellung zufolge sitzt Gott während der „ehrfurchtsvollen Tage“ als Richter über die Menschen zu Gericht und entscheidet mit Blick auf das anstehende Jahr über Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit. Herausragendes Symbol dieser Zeitperiode ist der Schofar, das Widderhorn; fordern seine Töne den Menschen doch zur Umkehr zu Gott auf.

Jom Kippur (10. Tischri)
Der Versöhnungstag Jom Kippur schließt die mit Neujahr begonnenen sogenannten „ehrfurchtsvollen Tage“ ab.
An diesem höchsten jüdischen Feiertag verzichtet man 25 Stunden auf Essen und Trinken und konzentriert sich völlig auf das Gebet in der Synagoge.

Sukkot (15. - 21. Tischri)
Sukkot ist das Laubhüttenfest. Die Hütten erinnern an die behelfsmäßigen Behausungen, in denen die Kinder Israels während ihrer Wanderung von Ägypten nach Kanaan wohnten.

Simchat Tora (23. Tischri)
Simchat Tora ist das „Tora-Freudenfest“. An diesem Tag wird der jährliche Zyklus der Tora-Lesungen beendet und die Lesung eines neuen Zyklus begonnen.

3. Monat: Kislew (November/Dezember)
Chanukka (25. Kislew - 2. Tewet)
Das achttägige Lichterfest erinnert an den historischen Sieg der jüdischen Makkabäer über das syrisch-griechische Regime. 164 vor der Zeitrechnung wurde der Jerusalemer Tempel durch die Makkabäer zurückerobert und mit dem Anzünden des sechsarmigen Leuchters, der Menora, für den traditionellen Tempelritus geweiht. Chanukka bezeichnet diese Wiedereinweihung des Tempels. Sinnbild dessen wurde die Chanukkija, der achtarmige Leuchter: Das für das Entzünden der Menora benötigte koschere Öl reichte auf wundersame Weise anstelle von einem einzigen ganze acht Tage und gab damit ausreichend Zeit, um neues koscheres Öl herzustellen. In Erinnerung daran entzünden Juden zu Chanukka an jedem Abend ein weiteres Licht der Chanukkija, bis am achten Festtag alle acht Kerzen des Leuchters entzündet sind.

4. Monat: Tewet (10. Tewet)
Fasten 10. Tewet (10. Tewet)
Fasttag, der an die Belagerung Jeruschalajims (Jerusalem) durch die Babylonier erinnert.

5. Monat: Schwat (Januar/Februar)
Tu BiSchwat (15. Schwat)
Dies ist das „Neujahrsfest der Bäume“. In der Antike galten für den Verzehr von Baumfrüchten besondere Regeln, die vom Tag ihrer Pflanzung abhängig waren. So blieben die Früchte eines Baumes in den ersten drei Jahren unangetastet, im vierten Jahr wurden sie zum Jerusalemer Tempel gebracht und erst ab dem darauf folgenden Jahr durften sie verzehrt werden. Da man nicht das „Geburtsdatum“ aller Bäume kannte, wurde der 15. Schwat, auf Hebräisch Tu BiSchwat, zum „Neujahrstag der Bäume“.
Heute ist es Brauch, von den sogenannten „sieben Arten“ zu essen, mit denen das Land Israel gesegnet ist. Dies sind Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln. In Israel selbst ist es an Tu BiSchwat Tradition, Setzlinge zu pflanzen. Es steht auch für das Erwachen der Natur im Frühling und ein Engagement für die Umwelt.

6. Monat: Adar (Februar/März)
Purim (14. Adar)
Purim erinnert an die Rettung der persischen Juden, wie sie im biblischen Buch Ester überliefert ist. Nach der Verbannung der Königin nimmt die jüdische Waise Ester als deren Nachfolgerin Platz auf dem persischen Thron. Die Lage der persischen Juden wird bedrohlich, als der königliche Minister Haman eine gegen sie gewandte Verschwörung initiiert: An einem durch Loswerfen (akkadisch Pur, daher der Name Purim) festgesetzten Tag sollen alle Juden des persischen Reiches ausgerottet werden. Durch ihren Ziehvater Mordechai von diesem Plan in Kenntnis gesetzt, kann Königin Ester das Böse verhindern und die Juden retten.

In Anlehnung an die Ester-Erzählung ist heute geboten, am Tag vor Purim zu fasten (Fasten Ester). Während des Verlesens der Esterrolle in der Synagoge schlagen Alt und vor allem Jung Krach beim Erklingen des Namens Hamans. Zu den Festbräuchen gehört neben einem Festmahl das Versenden von Geschenken an Bekannte und Mittellose.

7. Monat: Nissan (März/April)
Pessach (15. - 22. Nissan)
Pessach, wörtlich das „Überschreitungsfest“, erinnert an die Knechtschaft der Juden in Ägypten, das „Überschreiten“ jüdischer Häuser durch den Todesengel während der zehnten Plage und den Auszug unter Mosche. Für Juden ist dieses Fest bedeutsam, weil mit ihm die freiwillige Orientierung an den Geboten Gottes und der Wandel zu einem Volk mit eigenem Land verbunden ist.

Eingeleitet wird das Pessach-Fest durch zwei Seder-Abende. Der Ablauf dieser Abende orientiert sich an einer vorgegebenen Ordnung (hebr. seder), ihr Herzstück ist ein rituelles Mahl, das von der Haggada, der Erzählung vom Auszug aus Ägypten, und vielen Liedern umrahmt wird. Während der achttägigen Festzeit vermeidet man den Verzehr von jeglichem Gesäuerten. Besonderen Bekanntheitsgrad erlangte dadurch die Mazza, das ungesäuerte Brot.

Jom HaSchoa (27. Nissan)
Gedenktag für die Opfer des Holocaust.

8. Monat: Ijar (November/Dezember)
Jom HaAzmaut (5. Ijar)
An Jom HaAzmaut gedenkt man des Tages, an dem im Jahr 1948 durch David Ben Gurion die Unabhängigkeit des modernen Staates Israel verkündet wurde. Mit der Staatsgründung schließt sich für Juden ein historischer Kreis, dem eigentlich nur der Begriff der Rückkehr gerecht wird, kehren sie doch auf dem für ihre Ursprungsgeschichte wesentlichen Territorium zur Eigenstaatlichkeit zurück.

Lag BaOmer (18. Ijar)
Feier in Erinnerung an das Ende einer Epidemie in der Antike.

Jom Jeruschalajim (28. Ijar)
Dieser Tag erinnert an die Wiedervereinigung Jerusalems 1967.

9. Monat: Siwan (Mai/Juni)
Schawuot (6. - 7. Siwan)
„Wochenfest“: Fest in Erinnerung an die Übergabe der Tora sieben Wochen nach dem Auszug aus Ägypten.

10. Monat: Tamus (Juni/Juli)
Fasten 17. Tamus (17. Tamus)
Fasttag, der an die römische Belagerung Jerusalems erinnert.

11. Monat: Aw (Juli/August)
Fasten: 9. Aw (9. Aw)

Fasttag, der an die Zerstörung der beiden Tempel erinnert.

12. Monat: Elul (August/September)
In diesen Monat fallen keine jüdischen Feste.

(https://m.dija.de/toolbox-religion/glaubenspraxis/religioese-rituale-alltagsrituale-feste/judentum/)

 

Fasten

Christentum

Katholische Kirche:
Die 40-tägige Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und geht bis zur Osternacht. Sie dient der Vorbereitung auf das Osterfest. Strenge Fastentage sind in der katholischen Kirche der Aschermittwoch und der Karfreitag (Todestag Christi). An diesen Tagen dürfen die Gläubigen nur einmal eine sättigende Mahlzeit und zweimal einen kleinen Imbiss zu sich nehmen. Die Sonntage sind vom Fasten ausgenommen. Fleischkonsum ist an diesen Tagen verboten. Diesem Gebot müssen alle Gläubigen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr folgen, dem Fastengebot alle Volljährigen bis zum Beginn des 60. Lebensjahres.

In der Fastenzeit sollte in erster Linie auf Fleisch und Alkohol verzichtet werden. Viele Katholikinnen und Katholiken entsagen in dieser Zeit sämtlichen Genussmitteln, zum Beispiel Kaffee oder Süßigkeiten. Andere schränken alltägliche Gewohnheiten wie Fernsehen ein und meiden Disco und Kneipenbesuche.

Orthodoxe Kirche:
Für orthodoxe Gläubige sind Fastentage nur Empfehlungen und kein Gebot. Allerdings werden die Fastenregeln sehr streng gehalten. 50 Tage strenges Fasten, das 7 Wochen vor Ostern beginnt. Die Anzahl der Mahlzeiten und deren Gehalt soll eingeschränkt werden (kein Fleisch, kein Öl, kein Alkohol, nur zwei Mahlzeiten am Tag).

Es gibt auch eine Weihnachtsfastenzeit vom 15. November bis zum 24. Dezember (3 Wochen leichtes, 3 Wochen mittleres Fasten). Mildes Fasten bedeutet den Verzicht auf Fleisch. Samstags und sonntags wird das Fasten um eine Stufe gelockert.

Evangelische Kirche:
Es gibt eine vorösterliche Fastenzeit auf freiwilliger Basis. Die Initiative „Sieben Wochen Ohne“ ermuntert Gläubige, die vorösterliche Zeit zu nutzen, um alltägliche Gewohnheiten zu unterbrechen. Welche dies sind, ist den Gläubigen überlassen, z.B. Fernsehen, Computerspiele, Süßigkeiten.

Insgesamt dient die Fastenzeit der inneren Einkehr, der Schulung des Geistes, der Besinnung auf das Wesentliche im Leben und der stärkeren Verbindung mit Gott.

(https://m.dija.de/toolbox-religion/glaubenspraxis/religioese-rituale-alltagsrituale-feste/christentum/)

Islam

Im Monat Ramadan fasten alle Musliminnen und Muslime, die körperlich und geistig dazu in der Lage sind, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, das heißt, sie nehmen keine Nahrung und keine Flüssigkeiten zu sich, sie rauchen nicht und enthalten sich des Geschlechtsverkehrs. Zudem wird es als wichtig angesehen, besonders in dieser Zeit auf die eigene Wortwahl und das Benehmen zu achten.

Es gibt Ausnahmeregelungen vom Fasten zum Beispiel bei Krankheit, Schwangerschaft und Altersschwäche, die mit Ersatzleistungen wie beispielsweise der Speisung von Armen abgegolten werden kann.

Am Ende des Ramadan feiern die Musliminnen und Muslime das so genannte Id-ul-fitr, vielfach auch ekerbayram, Ramazanbayram oder Zuckerfest genannt.

(https://m.dija.de/toolbox-religion/glaubenspraxis/religioese-rituale-alltagsrituale-feste/islam/)

 

Gesamtziel

Mittels des Themas „Feste” erfahren die Jugendlichen, dass Regeln nicht zwingend mit Verboten oder negativen Sanktionen verbunden sein müssen. Sie erleben, dass Regeln auch für positive Ereignisse in ihrer Umgebung stehen, dass es sogar Spaß machen kann, Regeln einzuhalten. Sie erkennen wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Kulturen, lernen einander besser zu verstehen.

  • Soziale/Emotionale Kompetenzvermittlung

    Positive Wahrnehmung von „Verschieden sein“; Regeln erleichtern vieles, Regeln helfen uns beim Organisieren, dass etwas funktioniert; Regeln machen Spaß, tun gut.

  • Selbsterfahrung

    Es gibt unterschiedliche Rollen und Situationen und es funktioniert positiv. Es ist uns in dieser Einheit wichtig zu vermitteln, dass Regeln und negative Sanktionen identisch sind und es mehr Regeln gibt, die positiv belegt sind (z.B. „wenn ein Fest gefeiert wird und alle machen mit, haben alle Spaß“)

  • Lernen

    Welche Feste feiert meine/deine Familie?
    In welcher Art und Weise werden in meiner Umgebung Feste gefeiert?

    Was ist dabei besonders?

    Welche Regeln gibt es bei den Festen?

    Warum beachten wir diese Regeln?
    Welche Feste feiern meine Freunde/Klassenkamerad*innen?

Methoden incl. Praxistipps

SZENISCH-SPIELERISCH

Improvisationstheater
“GESTEN WEITERGEBEN”

Pädagogisches Ziel

Warm-up: Sichtbarmachen interkultureller Erfahrung, neugierig machen auf „Verschieden sein“, Gemeinsamkeiten finden, Neues voneinander erfahren

Zielgruppe(n)

keine Einschränkung

Zeitlicher Rahmen

ca. 10 Minuten

Beschreibung

Die Teilnehmenden stellen sich im Kreis auf. Der Spielleiter nimmt zu einer Person Blickkontakt auf und wirft ihr eine Geste zu, z.B. Winken oder Lächeln, und klatscht. Diese Person nimmt Blickkontakt zu einer anderen Person auf und gibt ihr eine Geste ihrer Wahl weiter. Diese klatscht dann und gibt nach Blickkontakt mit einer anderen Person auch eine Geste weiter … Kreuz und quer oder reihum, wie es einem in den Sinn kommt. Dabei wird nicht gesprochen. Es wir so lange gespielt, bis alle mindestens einmal dran waren.

Im nächsten Durchgang nimmt der Spielleiter Kontakt zu einer Mitspielerin auf und sagt „Fest“ und klatscht. Diese Person nimmt Blickkontakt zu einer weiteren Person, klatscht und assoziiert einen Begriff, der ihr gerade einfällt. Der nächste Empfänger assoziiert einen nächsten Begriff.

Notwendige Medien/Material

keine

Erfahrungen

Die Übung muss gut angeleitet sein. In der Gruppe muss ein arbeitsfähiges Konzentrationsniveau sein. Der Blickkontakt muss eingeübt werden. Es bietet sich an, mit einer*m Schüler*in gemeinsam zu demonstrieren, wie das Ganze aussehen soll, und dann fließend in die Gruppenübung überzugehen.

Ansprechpartner

Nicole Bartsch

Überleitung

„Wir treffen uns heute, um uns über etwas auszutauschen, was allen Spaß macht, was auch alle kennen. Wir kümmern uns um Feste.“

 

WAS WAR DAS WORT DES TAGES

Ziel

Lockerer Abschluss und gemeinsame Reflexion

Spielbeschreibung

Alle stehen im Kreis. Jede*r hat die Möglichkeit, ein Wort (oder einen Ausspruch) zu sagen, was ihm/ihr jetzt zum gerade Erlebten einfällt, was z.B jemand von seinen Klassenkamerad*innen gesagt hat, z.B. gutes Essen, Familie, Weihnachten, Zuckerfest … Dazu tritt er/sie in den Kreis, sagt „Zuckerfest” und verlässt diesen danach wieder.

Geeignet als: Abschluss

Dauer: 5 Minuten

VISUELL

Videos/ Filme/ Bewegte Bilder/ Illustrationen/ Kreativtechniken
FESTE FEIERN

Pädagogisches Ziel

Feste in anderen Kultueren erfahren, Gemeinsamkeiten erkennen, Unterschiede interessant machen

Zielgruppe(n)

Jugendliche ab 12 Jahre

Zeitlicher Rahmen

ca. 75 Minuten

Beschreibung

Illustration „Fest“ aufhängen und wirken lassen, nachfragen

Dauer: 5 bis 10 Minuten

Was seht ihr?

Vor Einteilung der Gruppen nachfragen:

  • Wer feiert Feste?

  • Wer feiert oft Feste?

  • Wer mag keine Feste?

Gruppeneinteilung

Durchzählen lassen, maximal 5 Schüler*innen pro Gruppe
Arbeit in Kleingruppen in getrennten Räumen mit einer Anleitung

Anleitung Gruppenarbeit

Fragen für jede Gruppe auf einem Bogen DIN A4 ausdrucken, weil die Gruppenarbeit in unterschiedlichen Räumen stattfindet; kann auch bei der Gruppenleiter*in verbleiben und als Leitfaden dienen

  • Welche Feste werden bei euch zu Hause gefeiert?

  • Woher weißt du, wie das Fest gefeiert wird, was man da macht?

  • Wer bestimmt, wie man an dem Fest feiert?

  • Wer wird eingeladen?

  • Was machst du bei dem Fest?

  • Was ist bei dem Fest besonders?

  • Warum wird das Fest gefeiert?

Dauer: hängt von der Anzahl der Gruppen ab; je weniger Gruppen, desto mehr Zeit in der Kleingruppe

Kollagen/Poster fertigen in Kleingruppenarbeit

  • Aufgabenstellung: malen, ausschneiden kleben. Keine Texte/Listen schreiben.

  • Kollagen/Poster aufhängen lassen und diskutieren

    • Was ist gleich, was ist anders?

    • Was gefällt euch, was nicht?

Dauer: 3 bis 5 Minuten pro Gruppe bzw. Poster/Kollage

d

Notwendige Medien/Material

Illustration „Fest“ ausgedruckt auf DIN A3-Papierbögen zum Bearbeiten, Malstifte aller Art, Blätter, ggf. alte Zeitschriften oder Ähnliches, Schere, Klebstoff

Erfahrungen

Diese Einheit wurde bisher in einer Gruppe im „Offenen Ganztag“ durchgeführt ohne stabile Gruppenstruktur, 5., 6. Klasse mit 100% Migrationshintergrund, auch Fluchthintergrund, teilweise extrem ausbaufähige Deutschkenntnisse. In der Kreativphase nutzten die Jugendlichen die Möglichkeit, die Feste darzustellen, die ihnen in ihren Ländern wichtig sind, z.B. Karneval und Fußball in Brasilien.

Ansprechpartner

Nicole Bartsch

 

(SOZIAL-)RÄUMLICH

Methodenart
Konkrete Methode (Titel)

Pädagogisches Ziel

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Zielgruppe(n)
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Zeitlicher Rahmen

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Beschreibung

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Notwendige Medien/ Material

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Erfahrungen
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Ansprechpartner
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ERLEBNISPÄDAGOGISCH

Methodenart
Konkrete Methode (Titel)

Pädagogisches Ziel

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Zielgruppe(n)
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Zeitlicher Rahmen

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Beschreibung

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Notwendige Medien/ Material

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Erfahrungen
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Ansprechpartner
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Hintergrundinformationen

Feste - Brücken zu den Religionen

Werte und Normen

 

Gesellschaft und Werte

Jede Gesellschaft hat neben nachprüfbarem Wissen bestimmte Werthaltungen, Vorstellungen und Überzeugungen, die nicht beweisbar sind, von denen sie aber annimmt, dass sie richtig sind. Sie wurden im Laufe der Zeit aus guten und schlechten Erfahrungen, aus reli­giösen Vorschriften, moralischen Überlegungen, philosophischen oder staatsrechtlichen Theorien usw. entwickelt. Dieses Wertesy­stem macht die Identität einer Gesellschaft aus und ist auch der Grund für Ähn­lichkeiten oder Unterschiede zwischen Gesellschaften. Die Mitglieder der Gesellschaft teilen diese Werte und leiten darüber ihr Zugehörigkeitsgefühl zu der Gesellschaft ab.

Die Gesellschaften bzw. deren Mitglieder sind am Fortbestand des Systems interessiert. Deshalb sollen die Wertvorstellungen aufrechterhalten und an die nächste Generation weitergegeben wer­den.

Normen und Sozialisation

Die Werte werden in Verhaltenserwartungen (= Normen) umgesetzt. Die Normen haben eine mehr oder minder große Verbindlichkeit, z.B. Gesetze, Vorschriften, ungeschriebene Regeln, Manieren. Durch die Erziehung (= Sozialisation) werden die Werte und Normen weitergege­ben. Dies beginnt sehr früh, so dass praktisch ein "moralisches Gerüst" entsteht, bevor die Wert­haltungen kritisch überprüft werden können. Gesteuert wird dieser Erziehungsprozess durch Sanktionen. Sanktionen können positiv, z.B. Lob, Anerkennung, materielle Vorteile, sein oder negativ, z.B. Liebesentzug, Verlust des sozialen Ansehens, Strafen. Dieser Steuerungsmechanis­mus gilt auch für die Aufrechterhaltung der Werte und Normen bei den bereits "sozialisierten" Mitgliedern der Gesellschaft.

Ziel der Sozialisation ist es, dass die Werte und Normen verinnerlicht (= internalisiert) werden, d.h. sie dienen zur Entscheidung, was richtig oder falsch ist, und werden so zur Richtschnur für das eigene Verhalten. Bei Verstoß reagiert man mit schlechtem Gewissen und unterlässt deshalb Normverletzungen. Das ist für die Gesellschaft sehr praktisch, weil durch die Internalisierung der Werte und Normen die soziale Kontrolle erleichtert wird. Die Kontrollinstanz wird quasi in den einzelnen verlegt bzw. in sein soziales Umfeld.

Sozialer Wandel

Normen werden nie hundertprozentig weitergegeben, zumal sie durch persönliche Erfahrungen und Lebenssituationen beeinflusst werden, sowohl was die Weitergabe als auch die Akzeptanz betrifft. Es kommt damit zu Abweichungen. Sind diese Abweichungen bei vielen zu beobachten und gehen sie in die gleiche Richtung, so entsteht sozialer Wandel. Er ist von Konflikten beglei­tet, da ein Teil der Gesellschaftsmitglieder noch den alten Werten anhängt, während ein anderer Teil sich für neue Werte einsetzt. Ob die Gesellschaft offen für Neues ist, wie mit Konflikten und Wertänderungen oder wie mit abweichendem Verhalten umgegangen wird, hängt wiederum von Werten und Normen ab.

In sehr großen, komplexen Gesellschaften gibt es nur ein sehr abstraktes, allgemein anerkanntes Wertesystem. Dafür gibt es mehrere Subsysteme mit konkreteren Wertvorstellungen. Die Vorstel­lungen dieser Subsysteme können sich sogar widersprechen.

Ein besonderes Problem haben Gesellschaften, z. B. die westlichen, die Freiheit und Rechte des einzelnen hoch bewerten oder den Wert vertreten, dass jeder selbst entscheiden muss, was richtig ist, und an dieser Entscheidung auch bei sozialem Druck festhalten soll. Damit ist die Akzeptanz von Pflichten oder insgesamt die verbindliche Einhaltung der Normen für viele nicht (mehr) oder nur bedingt einsichtig.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass jede Gesellschaft entscheiden muss, für wen die Nor­men, aber auch daraus ableitbare Rechte, gelten: für alle Menschen, für alle, die in der Gesell­schaft leben, nur für exakt definierte Personenkreise oder auch für "Außenstehende", z. B. Minderhei­ten, Fremde. Bei sozialen Problemen ist häufig zu erkennen, dass Werte und Normen zurückge­nommen und auf die Kerngruppe (in-group) bezogen werden, während die anderen ausgegrenzt werden (out-group). Diese Ausgrenzung wird ebenfalls mit Werten begründet, z. B. negativen Vorurteilen. Konflikte entstehen auch, wenn eine Gruppe die Werte ihres Subsystems als für alle verbindlich durchsetzen will, z. B. religiöse, politische oder weltanschauliche Fundamentalisten, Extremisten.

 

Verwandte Themen

Normen, Rollen, Werte, Konflikte, Respekt, Stereotype/Vorurteile

Feste feiern in Deutschland - Vorschläge für den Deutschunterricht
https://www.goethe.de/de/spr/unt/kum/kal.html
(Stand 20.02.2020)

Judentum – Christentum – Islam
https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Sozialwissenschaften/BF/Lehre/SoSe_2015/Islam/Judentum__Christentum__Islam_neu.pdf
(Stand 20.02.020)

Festtage der Religionen
http://www.via-bayern.de/FfV/bilder/festtage_der_religionen.pdf
(Stand 20.02.2020)

Religiöse Rituale / Alltagsrituale / Feste
https://m.dija.de/toolbox-religion/glaubenspraxis/religioese-rituale-alltagsrituale-feste/
(Stand 20.02.2020)

Keine Experimente. Was die Deutschen am Liebsten zu Weihnachten essen
https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/id_82703044/die-beliebtesten-weihnachtsessen-in-deutschland.html
(Stand 20.02.2020)

 

 

 

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Der Methodenkoffer wird von der Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern e.V. im Rahmen des Projektes "Alles Glaubenssache?“ der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) entwickelt.